Informationen rund um den Bau

Rauchwarnmeldepflicht

Neu aufgenommen in die Niedersächsische Bauordnung (NBauO) ist eine Regelung über die Verpflichtung zur Ausstattung von Wohnungen mit Rauchwarnmeldungen (§ 44 Abs. 5 NBauO).

Danach müssen in einer Wohnung sämtliche Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, zwingend mit Rauchwarnmeldern ausgerüstet werden.

Die Anbringung an sich ist verfahrensfrei. Die Verpflichtung richtet sich an die Eigentümerinnen und Eigentümer der Gebäude.

In Satz 2 und 4 des § 44 Abs. 5 NBauO wird ferner die Verpflichtung ausgesprochen, die Rauchwarnmelder entsprechend betriebsbereit zu halten. Für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft dieser Geräte sind die Mieterinnen und Mieter verantwortlich, es sei denn, die Eigentümerin oder der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Zur Erfüllung der Vorschrift genügen batteriebetriebene Rauchwarnmelder, deren Leistungsmerkmale der DIN EN 14604 entsprechen. Für die Anbringung, die Funktionskontrolle und die Wartung von Rauchwarnmeldern ist die DIN 14676 maßgeblich, soweit die zu dem Gerät mitgelieferte Bedienungsanleitung dazu nichts aussagt.

Die Regelung zur gesetzlichen Verpflichtung von Rauchwarnmeldern in Wohnungen soll dazu beitragen, die Anzahl von Brandopfern in Niedersachsen zu reduzieren.


Verantwortliche Person - Bauleiter/in

Gem. § 55 NBauO wird die Verpflichtung zur Bestellung einer Bauleiterin oder eines Bauleiters eingeführt. Die Verpflichtung zur Bestellung einer Bauleiterin oder eines Bauleiters war ursprünglich mit der Änderung der Bauordnung im Jahr 1986 aufgehoben worden, weil die Verpflichtung der Bauherrin und des Bauherrn sowie der Unternehmen zur Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften als ausreichend angesehen wurde.

Mit Rücksicht auf die in der Zwischenzeit erfolgten Veränderungen auf den Baustellen wird das ordnungsgemäße Ineinandergreifen der Bauarbeiten jedoch nicht immer als gewährleistet angesehen. Daher ist die Verpflichtung zur Bestellung einer Bauleiterin oder eines Bauleiters wieder eingeführt worden.

Die Bauleiterin bzw. der Bauleiter hat nach § 55 NBauO darüber zu wachen, dass die Baumaßnahme entsprechend der öffentlich-rechtlichen Anforderungen durchgeführt wird, und ferner hat er die dafür erforderlichen Weisungen zu erteilen. Die im Einzelfall notwendige Qualifikation dieser Person ist je nach Art des konkreten Vorhabens zu bestimmen. Es obliegt der Bauherrin oder dem Bauherrn, sich von der Eignung der vorgesehenen bauleitenden Person zu überzeugen.


Hausbau bei Kälte mit Nachteilen

Viel lüften und ausreichend heizen – das sind zwei Tipps zur Vorbeugung von Schimmelbildung.
Aber manchmal ist das Problem im wahrsten Sinne des Wortes hausgemacht.

Eine schlechte Außendämmung, Wärmebrücken und baukonstruktive Fehler – in Altbauten sind dies Ursachen für Schimmelbefall. Doch das Problem betrifft auch immer mehr moderne Gebäude. 
Rund die Hälfte aller Neubauten ist mittlerweile von Schimmel betroffen, behauptet der Verband Privater Bauherren (VPB). Hauptursache laut Verband: die zunehmende Anzahl von Winterbaustellen, die außerdem von den Bauunternehmen nicht sorgfältig genug betreut werden.
Denn während früher der Bau im Winter ruhte, wird heute ganzjährig gearbeitet. Schlüsselfertiganbieter müssen ihre Zeitpläne erfüllen, Bauherren drängen beim Architekten auf schnellen Einzug. Das Wetter? Kein Faktor, der über die Fertigstellung des trauten Heims mitentscheiden soll. Zumal moderne Baustoffe das Bauen im Winter zumindest theoretisch zulassen.
Doch der Schein trüge, warnt der VPB. Denn die modernen Baumaterialien seien zwar bis plus 5 Grad einsatzfähig, aber dies sei die Mindesttemperatur. Nachts könne es immer noch kälter werden. Selbst noch Anfang April.
Feuchtigkeit ist das Hauptproblem im Zusammenhang mit der Schimmelbildung. Sie entsteht beispielsweise, wenn der Estrich aufgebracht wird oder die Innenwände verputzt werden. Konsequentes Heizen und Lüften ist dann angesagt. Sonst droht Schimmelbefall.
„Ein Problem beobachten wir fast überall im Winter“, sagt VPB-Präsident Thomas Penningh aus dem Regionalbüro Braunschweig. „Im Erdgeschoss und im ersten Stock wird verputzt und geheizt, während die Dampfbremse im Bereich der Bodeneinschubtreppe und an Öffnungen für Installationen zum unausgebauten und ungedämmten Dachgeschoss sperrangelweit offen steht.“ Das sei bauphysikalisch fatal, denn die Feuchtigkeit aus dem unteren Bereich ziehe wie in einem Kamin nach oben und schlage sich dort an den kühlen Bauteilen wie zum Beispiel Dachsparren nieder.
Eine Problematik, die zu vermeiden wäre – wenn alle Öffnungen zum unausgebauten Dach vor dem Ausbau luftdicht geschlossen würden. Aber das wird zu selten praktiziert. „Bauunternehmer versuchen immer wieder, sich aus der Verantwortung zu stehlen“, kritisiert Penningh. „Sie behaupten, der Bauherr sei für die Trocknung der Baustelle zuständig. Tatsächlich ist es aber so, dass der Bauunternehmer ein mängelfreies Haus erstellen muss. Und wenn bei der Bauabnahme bereits zu viel Feuchte im Bau ist und sich daraus Schimmel bilden kann, dann ist das ein Mangel, den der Käufer nicht akzeptieren muss.“
Der VPB hält Verträge von Schlüsselfertiganbietern, die den privaten Bauherrn im „Kleingedruckten“ verpflichtet, selbst für die Trocknung des Baus zu sorgen, als allgemeine Geschäftsbedingung für unwirksam. „Solche Klauseln laufen auf einen Haftungsausschluss für Mängel hinaus. Das geht vielleicht, wenn ein Unternehmer nur einzelne Gewerke übernimmt, nicht aber, wenn er sich vertraglich verpflichtet hat, ein komplettes Haus schlüsselfertig zu bauen“, sagt Penningh. Er rät, einen unabhängigen Sachverständigen zu beauftragen, der den Bauvertrag vor Abschluss prüft.
Ein solcher ist Arnd Laskowski. Er rät ebenfalls zu folgendem Zeitplan: „Im Sommer bauen, im Winter Einzug.“ Grundsätzlich hänge die Gefahr der Schimmelbildung aber auch vom verwendeten Baumaterial ab.
Wenn beim Bau noch alles gut geht, gibt es bei der späteren Einrichtung des Zuhauses eine weitere Gefahr. „Ein fataler Fehler ist es, große Schränke oder andere Möbelstücke an Außenwänden zu platzieren“, erklärt Laskowski. Wenn dann die Hinterlüftung unterbunden sei, könne es schnell zur Schimmelbildung kommen.
Und das will schließlich keiner – schon gar nicht im gerade neu gebauten Eigenheim.


Das Gesetz der Wirtschaft

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

John Ruskin (1819-1900)